Bist du von Trauma betroffen?

Passiert es dir leicht, dass du durch Kleinigkeiten aus dem Gleichgewicht kommst? Du fühlst dich plötzlich von Anspannung, Angst, Hilflosigkeit oder starker Wut überwältigt? Du denkst, dass das nur an dir selbst liegt und du dich noch mehr anstrengen musst, damit du wieder die Kontrolle über dich bekommst? Du fühlst dich oft einsam und denkst, dass du allein damit bist?
Bindungstrauma
Dann leidest du wahrscheinlich unter einem Trauma. Genauer gesagt unter einem Bindungstrauma (auch Entwicklungstrauma genannt). In der Kindheit haben viele von uns nicht das von den Eltern oder Bezugspersonen bekommen, was sie gebraucht hätten. Manche wurden sogar misshandelt. Das führt dazu, dass wir schon als Kinder die Seiten von uns, die nicht willkommen waren, abgespaltet haben. Mit dieser Anpassung konnten wir die Beziehung zu unseren Eltern, die für Kinder lebenswichtig ist, sichern.
Manche von uns gingen einen anderen Weg: sie haben sich innerlich zurückgezogen und sind erst gar keine tiefen Beziehungen mehr eingegangen. So konnten sie wenigsten ein Stück innerer Freiheit retten, wofür sie freilich einen hohen Preis bezahlt haben.
Notprogramme
Beides sind Notprogramme, die wichtig waren, um unser Überleben zu sichern. Insofern waren sie richtig und sinnvoll. Das Problem ist jedoch, dass unser Nervensystem von der hohen Aktivierung, die es in der Notsituation leisten musste, nicht mehr herunter kommt.
Wir stecken weiter in den Kindheitsmustern fest, die wir für die damalige Not geschaffen hatten, obwohl heute gar keine Not mehr da ist. Unser Nervensystem ist wie beim Schocktrauma weiterhin hochaktiviert und wir spalten weiterhin Seiten von uns ab, obwohl dazu heute keine Notwendigkeit mehr besteht. Wenn das der Fall ist, sprechen wir von Trauma.
Doch wie kommen wir aus dieser Sackgasse heraus?
Zwei Schritte aus der Sackgasse

Der zweite Schritt besteht darin, neue und heilsame Erfahrungen im Kontakt mit anderen Menschen zu machen. Dazu müssen wir eigentlich nur realisieren, dass es keinen Grund mehr gibt, noch immer das Notprogramm von damals zu aktivieren. Denn wir sind heute nicht mehr abhängig von (einzelnen) anderen Menschen. Wir können uns ihnen ganz zeigen und im vollen Kontakt mit ihnen sein, ohne etwas schlimmes dabei befürchten zu müssen.
SE Traumatherapie (Somatic Experiencing)

Du erlebst ein Gefühl von Kompetenz und Selbst-Sicherheit, das dir die Kraft gibt, dich in deinen Beziehungen zu anderen Menschen ganz zu zeigen und dich ganz auf sie einzulassen. Die Erfahrung, dass du so angenommen wirst, wie du bist, gibt dir den Mut, deinen Weg weiter zu gehen. Du wächst mit jeder neuen zwischenmenschlichen Begegnung und wirst immer mehr du selbst.
Hinweis
Derzeit bin ich noch im letzten Drittel der Ausbildung zum Somatic Experiencing Practitioner. Diese werde ich im Dezember 2022 abschließen.




